Die Entstehungsgeschichte

Die Grün-Weiße Nacht ist Kult, seit langen Jahren schon. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass mehrere Generationen von Party-Wütigen mit dieser Veranstaltung durch die Zeiten gefeiert haben. Aber wie waren eigentlich die – zugegeben eher bescheidenen – Anfänge dieser Riesen-Fete, die heute Besucher aus dem gesamten Saarland ins beschauliche Oppen lockt und den Ort für eine Nacht zur Stimmungshochburg im Land macht?

Wann die erste Grün-Weiße Nacht beim SSV Oppen stattgefunden hat, das hat der heutige Ehrenvorsitzende unseres Vereins, Gerhard Müller, im Jahr 2007 uns allen wieder ins Gedächtnis gerufen. Er erinnert sich: „Fastnachtssamstag 1972 wurde vom Sportverein und der Feuerwehr im Saal des Gasthauses Wilbois eine Veranstaltung abgehalten, die durch die gleichzeitige Tanzveranstaltung des Musikvereins und des Bergmannsvereins im Saal Ternig zu einer Pleite wurde: Wir mussten um 22 Uhr schließen.“ Danach trafen die Verantwortlichen des SSV Oppen, darunter auch Gerhard Müller als damaliger amtierender Vorsitzender selbst, eine sehr weise Entscheidung: „Daraufhin beschlossen wir, die Tanzveranstaltung im Jahre 1973 auf freitags zu verlegen.“ Als Veranstalter trat im Jahr darauf der Sportverein allein in Erscheinung, für die Unterhaltung der Besucher sorgten die beiden aus Oppen stammenden Musiker Manfred Weyand und Herbert Grasmück.

Allerdings stellte sich der gewünschte Erfolg auch nach der Verlegung noch nicht auf Anhieb ein, wie die nüchterne Bilanz des damaligen Vorsitzenden im Anschluss an die zweite Grün-Weiße Nacht demonstriert: „Kosten 200 DM, Einnahmen 344 DM.“ Aber die historische Geburtsstunde der Grün-Weißen Nacht auf ihrem heute noch gültigen Termin (Freitag vor Fastnacht) lässt sich dank der guten Erinnerungsgabe unseres Ehrenvorsitzenden exakt definieren: Es war der 4. März 1973. Zählt man noch die Vorläufer-Veranstaltung hinzu, so wird deutlich, dass die Grün-Weiße Nacht im Jahr 2012 ihren 40. „Geburtstag“ gefeiert hat.

Zu verdanken ist diese stolze Tradition dem langen Atem, den die Verantwortlichen des SSV Oppen in Sachen Grün-Weiße Nacht bewiesen haben – sowie ihrem Einfallsreichtum und ihrer Innovationskraft, als die Veranstaltung mit den Jahren mehr und mehr an ihre räumlichen und organisatorischen Grenzen geriet. Schon in den 80er Jahren wurde die Zahl der Gäste bei der Grün-Weißen Nacht so groß, dass das Gasthaus Wilbois und der Saal in der ersten Etage beinahe aus allen Nähten platzten. Eine erste Maßnahme zur Entschärfung der Raumnot: Der Verein nutzte den seitlich an das Gebäude sich anschließenden, weitläufigen Balkon als Sektbar. Dazu wurde dort eine Überdachung errichtet, außerdem musste jedes Jahr zur Grün-Weißen Nacht der Balkon mit Seitenwänden aus Holzplatten, die an eine Haltekonstruktion befestigt wurden, abgeschlossen werden. Doch auch diese Lösung trug nur ein paar Jahre dem immer größer werdenden Besucherstrom Rechnung, Ende der 90er Jahre beschloss der Verein erstmals, auch den Balkon hinter dem Haus für die Grün-Weiße Nacht zu nutzen. Kurzerhand wurde dort ein Zelt auf dem Balkon errichtet, und das neue Angebot schlug gleich ein wie eine Bombe.

Vor einer echten Herausforderung stand der Verein im Jahr 2003. Denn im Jahr zuvor war das Gasthaus Wilbois, das 30 Jahre lang Schauplatz der Grün-Weißen Nacht gewesen war, geschlossen worden – für immer. Wie sollte es mit der Traditionsveranstaltung weitergehen? Die Verantwortlichen des Vereins nahmen das Risiko auf sich, die Veranstaltung in ein Festzelt auf den Dorfplatz zu verlegen – das erste hatte die Ausmaße 16 mal 25 Meter, das ist etwa ein Drittel der Größe des heutigen Zeltes! Mit enormem Aufwand bemühte sich der Verein darum, das Zeltinnere so herzurichten und zu gestalten, dass so wenig wie möglich den Besucher an ein Zelt erinnerte – die unvergleichliche Atmosphäre der Grün-Weißen Nacht sollte auch nach der Verlegung gewahrt bleiben.

Der ganze Einsatz und das Daumendrücken hatten Erfolg: Die Grün-Weiße Nacht im Zelt wurde schon bei ihrer Premiere gut angenommen, nur kurze Zeit später musste bereits ein größeres Zelt geordert werden, um den weiter wachsenden Besucherstrom bewältigen zu können. Heute sind wir bei einer Zeltgröße von über 1000 Quadratmetern angelegt, und das Zelt, das einst auf dem Balkon beim Gasthaus Wilbois als „Disco-Bunker“ diente, wird heute als Garderobe genutzt.
So hat sich die Veranstaltung, die fast genau so alt ist wie der Verfasser dieser Zeilen, in all den Jahren ihres Daseins gewandelt: Sie ist aus kleinen Anfängen heraus mit der Zeit gewachsen, ist größer geworden, hat sich verändert, ist aus den wilden frühen Tagen heraus vielleicht etwas reifer, aus mannigfacher Erfahrung heraus klüger und perfekter, besser durchorganisiert geworden, sie hat Konturen bekommen, ein unverwechselbares Profil entwickelt. Man sieht: Eigentlich ist es der Grün-Weißen Nacht ergangen wie uns Menschen, die wir auch solche Entwicklungsphasen durchleben. Und vielleicht ist diese Veranstaltung uns allen auch darum so ans Herz gewachsen.

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© Armin Schneider